Diagnostik

Zur Basisdiagnostik des Prostatakarzinoms gehört nach wie vor die bereits genannte rektale Untersuchung. Zusätzlich kann der Arzt mithilfe einer Ultraschallsonde, die in den Enddarm eingeführt wird, die Prostata und einen eventuell vorhandenen Tumor über einen Bildschirm sichtbar machen. Des Weiteren dient wie bereits unter „Vorsorge und Früherkennung“ erwähnt, der PSA-Wert als wichtiges diagnostisches Hilfsmittel, um Prostatakrebs zu diagnostizieren.

Eine gesicherte Diagnose kann jedoch nur durch eine Gewebeprobe (Biopsie) erfolgen. Die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Prostata geschieht rektal. Hierzu wird ein Ultraschallkopf in den Enddarm eingeführt (= transrektaler Ultraschall, transrektale Sonographie, TRUS). Folgend werden unter permanenter Ultraschallkontrolle in örtlicher Betäubung an verdächtigen Orten der Prostata Gewebeproben (10-12) entnommen. Diese werden anschließend in einem Speziallabor (Pathologie) mikroskopisch untersucht und geben dem Arzt zusätzliche Informationen über die Wachstumseigenschaften des Tumors, die für die Planung der weiteren Behandlung wichtig sind.

Durch den Pathologen werden die Tumore nach dem Wachstumsmuster in ihrer Bösartigkeit (Grading) unterschieden. Die Einteilung erfolgt über ein internationales System, wobei die Tumore in einem sogenannten Gleason Score von 2-10 bewertet werden. Tumore mit einem Gleason-Score von 4-6 sind langsam wachsende Tumore, die mit einem Score von 8-10 sehr bösartige, schneller wachsende und schlechter behandelbare Tumore.

Wurde bei Ihnen nach der Diagnostik ein Prostatakarzinom festgestellt, so bedeutet das nicht, dass Sie sich sofort einer Behandlung unterziehen müssen. Solange Sie beschwerdefrei sind, haben Sie meist genügend Zeit, sich in Ruhe zu informieren und sich ggf. auch noch eine Zweitmeinung einzuholen.

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